Ü20-Anlage: Die EEG-Förderung läuft aus — was Betreiber und Betriebe jetzt tun sollten
2026 fallen rund 66.000 Photovoltaik-Anlagen aus der 20-jährigen EEG-Vergütung. Für Betreiber stellt sich die Frage: weiterbetreiben, modernisieren oder aufrüsten? Für Solar- und Wärmepumpenbetriebe steckt in genau dieser Frage ein Kalender voller Beratungstermine — bei Kunden, die sie längst kennen.
- Die EEG-Vergütung ist auf 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr garantiert und endet danach — die Anlage produziert aber weiter Strom.
- 2026 fallen rund 66.000 Anlagen aus der Förderung; ein Rückbau lohnt sich fast nie, solange die Module liefern.
- Drei Wege für Betreiber: Weiterbetrieb (Marktwert), Speicher-Nachrüstung (mehr Eigenverbrauch) oder Repowering (neue, stärkere Module).
- Für Betriebe ist jede auslaufende Ü20-Anlage im eigenen Kundenstamm ein vorqualifizierter Beratungsanlass — ohne Lead-Portal.
Was das Förderende konkret bedeutet
Die EEG-Einspeisevergütung ist auf 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr garantiert. Für die ersten großen Jahrgänge des Solarbooms läuft dieser Zeitraum jetzt aus. Wichtig zu verstehen: Das Förderende ist kein Anlagenende. Die Module produzieren technisch weiter Strom — meist noch mit dem Großteil ihrer ursprünglichen Leistung. Was endet, ist ausschließlich die feste Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde.
Damit verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit: Eingespeister Strom bringt nur noch den Marktwert, selbst genutzter Strom wird dagegen deutlich wertvoller. Genau diese Verschiebung ist der Auslöser für alle folgenden Optionen. Die geltende Anschlussregelung nach dem 20. Jahr erklärt die Verbraucherzentrale im Detail.
So viele PV-Anlagen fallen 2026 aus der 20-jährigen EEG-Vergütung.
EEG-Ende · VerbraucherzentraleModerne wie gealterte Module liefern nach Förderende weiter Strom — der Weiterbetrieb lohnt fast immer.
Technische Lebensdauer PVDie drei Optionen für Betreiber
Wer eine Anlage betreibt, deren Förderung ausläuft, hat im Kern drei Wege. Welcher passt, hängt von Anlagengröße, Dachsituation, Stromverbrauch und Zustand der Technik ab.
🔌 1. Weiterbetrieb
Die Anlage läuft unverändert weiter, der überschüssige Strom wird zum Jahresmarktwert vergütet. Der einfachste Weg — sinnvoll vor allem, wenn ohnehin viel Strom selbst verbraucht wird. Ein Rückbau lohnt sich fast nie, solange die Module liefern.
🔋 2. Speicher-Nachrüstung
Ältere Anlagen wurden meist ohne Batteriespeicher gebaut. Endet die feste Vergütung, wird selbst genutzter Strom wertvoller als eingespeister. Ein nachgerüsteter Speicher hebt den Eigenverbrauch und macht den Weiterbetrieb spürbar attraktiver.
🔧 3. Repowering
Alte Module und Wechselrichter werden gegen neue, leistungsstärkere Technik auf derselben Dachfläche getauscht. So passt auf gleiche Fläche deutlich mehr Leistung — die Basis für einen wirtschaftlichen Betrieb über weitere Jahrzehnte.
| Option | Wann sinnvoll | Aufwand |
|---|---|---|
| Weiterbetrieb | Hoher Eigenverbrauch bereits vorhanden, Technik läuft stabil | Gering — nichts ändern, Marktwert kassieren |
| Speicher-Nachrüstung | Anlage ohne Speicher, viel Strom wurde bisher eingespeist | Mittel — Batterie + Installation |
| Repowering | Module/Wechselrichter gealtert, Dachfläche soll mehr leisten | Hoch — Austausch, aber Basis für Jahrzehnte |
In der Praxis ist selten eine der Optionen allein die Antwort. Häufig ergibt die Kombination aus Weiterbetrieb plus Speicher — oder Repowering plus Speicher — die beste Wirtschaftlichkeit. Genau diese Abwägung braucht eine individuelle Beratung, und genau dafür ruft der Betreiber seinen Installateur an.
Für Installateure: das Förderende ist Ihre Auftragspipeline
Aus Betriebssicht ist jede auslaufende Ü20-Anlage im eigenen Kundenstamm ein vorqualifizierter Beratungsanlass. Der Kunde hat vor rund zwei Jahrzehnten bei Ihnen gekauft, kennt Ihren Betrieb und steht jetzt vor einer Entscheidung, die er nicht allein treffen will. Das ist die günstigste und wärmste Anfrage, die es gibt — Sie müssen sie nur auslösen.
Der Kontrast zur Neukundengewinnung ist deutlich: Ein gekaufter, kalter Lead wird häufig an mehrere Betriebe zugleich verkauft (Branchenübersicht) — nach Foren-Erfahrungsberichten bis zu acht — und kostet als echter Neukunde grob 700 €. Ein reaktivierter Bestandskunde kostet dagegen etwa 140 € — und niemand sonst spricht ihn an. Mehr dazu: Photovoltaik Leads kaufen — Kosten, Konversion und die bessere Alternative.
So wird aus der Kartei ein voller Kalender
- Segmentieren. Kunden nach Inbetriebnahmejahr filtern — alle Anlagen, deren 20-Jahre-Fenster 2026/2027 endet, sind Ihre Zielgruppe.
- Anlassbezogen ansprechen. Nicht „Wir hätten da ein Angebot", sondern „Ihre Förderung läuft aus — hier sind Ihre Optionen". Der Anlass macht die Nachricht relevant.
- Termine absichern. Jede Rückmeldung schnell beantworten und direkt in den Kalender buchen, inklusive Erinnerung gegen Terminausfall.
Ein Betrieb mit 1.200 Bestandskunden aus 20 Jahren hat typischerweise mehrere Hundert Anlagen im kritischen Alter. Werden davon nur die reifsten gezielt angesprochen, entsteht ein Kalender voller Beratungstermine für Speicher, Repowering und Weiterbetrieb — aus Daten, die dem Betrieb längst gehören.
Fazit
Für Betreiber ist das Ende der EEG-Förderung kein Grund zur Sorge, sondern der Anlass, die eigene Anlage neu zu bewerten — Weiterbetrieb, Speicher oder Repowering halten sie wirtschaftlich am Netz. Für Solarbetriebe ist derselbe Stichtag eine der wenigen Chancen, in einem schrumpfenden Markt planbar Aufträge zu gewinnen: gezielt, aus dem eigenen Kundenstamm, bevor es der Wettbewerber tut.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn die EEG-Förderung meiner Anlage ausläuft?
Nach 20 Jahren endet die feste EEG-Einspeisevergütung. Die Anlage produziert technisch weiter Strom. Sie können sie weiterbetreiben und den Strom zum Marktwert einspeisen, auf Eigenverbrauch mit Speicher umstellen oder die Anlage per Repowering modernisieren. Ein Rückbau ist selten sinnvoll, solange die Module noch liefern.
Wie viele Anlagen fallen 2026 aus der EEG-Förderung?
Nach Angaben der Verbraucherzentrale fallen 2026 rund 66.000 Photovoltaik-Anlagen aus der 20-jährigen EEG-Vergütung. Es handelt sich überwiegend um Anlagen, die um die Mitte der 2000er-Jahre in Betrieb gingen. Jede steht vor derselben Entscheidung über den Weiterbetrieb.
Lohnt sich ein Speicher für eine alte Ü20-Anlage?
Häufig ja. Ältere Anlagen wurden meist ohne Batteriespeicher gebaut und speisten den Großteil des Stroms ein. Endet die feste Vergütung, wird selbst genutzter Strom deutlich wertvoller als eingespeister. Ein nachgerüsteter Speicher erhöht den Eigenverbrauch und macht den Weiterbetrieb wirtschaftlicher. Die genaue Rechnung hängt von Anlagengröße, Verbrauchsprofil und Speicherpreis ab.
Was ist Repowering bei Photovoltaik?
Repowering bezeichnet den Austausch alter Module und Komponenten gegen neue, leistungsstärkere Technik auf derselben Dachfläche. Auf gleicher Fläche lässt sich so deutlich mehr Leistung installieren. Für Ü20-Anlagen mit gealterter Technik ist Repowering oft die Grundlage für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb über weitere Jahrzehnte.
Warum ist das Förderende eine Chance für Solarbetriebe?
Jede auslaufende Förderung ist ein konkreter Beratungsanlass bei einem bestehenden Kunden. Betriebe, die ihre Bestandskunden vor dem Förderende gezielt ansprechen, gewinnen Aufträge für Speicher-Nachrüstung, Repowering oder Wartung — ohne teure Lead-Portale und ohne Wettbewerbsdruck, weil der Kunde bereits vertraut.
In 15 Minuten rechnen wir gemeinsam aus, wie viele Beratungstermine in Ihrem Bestandskundenstamm stecken — segmentiert nach Anlagenalter, bevor der Wettbewerber sie anspricht.